Conny Schüssler

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Wenn es denn das Wort so noch nicht gibt, sei es jetzt erfunden: „Mental-Kalligraphie“ wäre das rechte, um den Duktus der Bilder von Conny Schüssler zu beschreiben. Die Reduktion einer Idee, eines Gedankens, einer Metapher auf Formen, die selbst das Licht, die Farbe, auf Schwarzweiß und koboldhafte Grauvarianten reduzieren. „Intellektuelle Emotionalität“, so widersprüchlich es klingt, wäre ein anderer passender Ausdruck, weil er vereint, was auch ihre Bilder vereinen: das rein Rationale mit einer sensiblen Zärtlichkeit des Poetischen. Es sind Meditationstafeln, deren Sinn sich oft darin erschließt, in dem man beginnt, einen solchen in den Bildern suchen zu wollen – und, gelingt es einem oder auch nicht – das Gemalte seinen Zweck erfüllt hat: es erfrischt den Geist und man denkt wieder positiv. Positiver Realismus …, ja, auch, aber eben nicht nur. Auch ganz einfach und ganz viel „ganz schön“. Zudem weiß die Malerin die Reduktion der Farbe zum stilprägenden Charakteristikum zu machen. Schwarweiß pur manche, viele der Arbeiten; Farbe nur da, wo sie eine Komponente ins Spiel bringen will, die ihre Nonkonformität unterstreichen soll.