Hans Brunne: (be)zeichnende Formen

Der Solinger Lithograph schwebt zwischen Freiheit der Form und Strenge des Duktus

Seine (berufliche) Welt war die der Genauigkeit in einer ambivalenten Balance von Technik und impressionistischer Kunst, manifestiert in zu druckenden Bildern. Als Lithograph begann er wörtlich in der Steinzeit. Als Bilder, Grafiken und Fotos, Sujets und überhaupt alles zu druckende, Schrift eingeschlossen, noch auf (polierte Solnhofer Kalk-) Steine übertragen wurden und dann off-set gedruckt wurde. Vom Papier auf einen Zwischenträger (Gummituch), von dort auf Papier. Die Kunst war, einen ganzen komplex-komplizierten, aus dutzenden Einflussfaktoren bestehenden Produktionsprozess vorauszudenken und entsprechende Druckvorlagen zu schaffen, die Fotografen, Drucker, Grafiker und schließlich den Kunden gleichermaßen gefielen – in ihrem Sinne waren. Das erfordert(e) viel Disziplin. Ist es daher ein Wunder, dass sich Hans Brunne als Künstler der freien, sich entfaltenden Formen annimmt und sie aus dem Gefängnis der Starre befreit. Zu unserer viduellem Vergnügen oder ganz einfach nur optischem Konsum. So, wie es Lithografen (wörtlich: "Steinzeichner") immer schon getan haben. 


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« Bei Hans Brunne darf man durchaus doppeldeutig denken:
Sind es nun abstrahierte Realismen oder reale Abstraktionen?
Bloß keine Antwort darauf finden!
Es nimmt den Werken Charme, Flair und – ja, durchaus! – Zauber. »
 
hgw