Schorsch

multiMediamaniker

Philosophisches für den außer-Haus-Gebrauch

Das Leben ist, auf Chancen zu warten und dann im Zufälligen das wirklich Wichtige, Einmalige, Besondere, des jetzt-ich-hier-sofort zu sehen. Knips! Für alles gibt es immer nur einen einzigen Moment, andere Momente sind eben andere, selbst wenn sie sich ähneln. Ist das „auf Lauer liegen“? Ach was! Das ist nur etwas für Ängstliche. Mutige wissen, dass das Leben, das Schicksal, ein Kobold ist und jeden Tag für neue Momente sorgt. Für die man bereit sein sollte – oder umgekehrt, die man eben nur zu „seinem” machen kann, wenn man sich vorbereitet hat. DEM ZUFALL EINE CHANCE GEBEN, ist Schorsch's Motto. Aber wie man auf Zufälliges, Unvorhergesehenes vorbereitet, für Unbekanntes trainiert sein kann, dass ist vor allem den Europäern mit ihrer nur und ausschließlich der Logik vertrauenden Denkweise ewig ein Rätsel. Schorsch hat in Asien und durch asiatische Philosophie kennengelernt, dass es völlig relaxed zugehen kann. Und das nutzt er aus, um in seinem Tun Freude zu empfinden. 

Bedauern kann ihm entlocken, wenn er hört, Menschen hätten Ziele. Diese armen Schweine. Wer mehr als ein Ziel hat, läuft doch zwangsläufig in die Irre – weiß nicht, wohin. Und überhaupt: Ziel! Und was kommt danach? Kann man am Ziel verharren? Wäre irgendwie Blödsinn. Sagen wir einmal, auf den Gipfel eines schwierig zu erklimmenden Berges klettern und dort so lange auszuharren, bis man tot ist. Schwachsinn. Ziele sind allenfalls Stationen, Zwischenergebnisse, Orientierungs-punkte, Wegmarken. Weniger wie Perlen auf der Kette, eher wie Trittsteine in einem Wildbach.

Und, um mal einen wirklich knalligen Satz loszulassen, für Schorsch ist klar (in seiner „Denke"), was der Sinn des Lebens ist. Das drückt er gerne in Aphorismen aus. Einer davon: Der Sinn des Lebens ist, zu leben. 

Wie gesagt: Europäer tun sich schwer mit so etwas. 

In diesem Sinne: nicht das einzelne Bild, nicht ein einzelner Moment ist von Wichtigkeit, von Wichtigkeit ist, den Moment zu nutzen.

Wer öffentlich wirken – oder wirksam sein – will, muss vor allem eins beher-zigen, können, üben, üben, üben: nicht etwas zu tun, um anderen einen Gefallen zu tun. Sondern so sein, dass andere einen Gefallen daran haben. Und einen Nutzen. In dem, was man tut, Sinn sieht, Profit davon hat, Vorteile.

Solch ein Gewinn, das Wertvolle, ist von Fall zu Fall, von Mensch zu Mensch, von Zeit zu Zeit unterschiedlich. Weshalb es ein Fehler wäre, sich selbst, sein Tun, seine Visionen und das Wesen zu wechseln, sich „anzupassen“, zu verändern. Indem man kalkulierbar und verlässlich bleibt, bedarf es nur der Änderung von Taktik oder Richtung, weiter voran zu kommen. Ein Vogel in der Luft, ein Fisch im Wasser wechselt nicht die Flossen, Flügel, wenn Strömungen und Turbulenzen sich (rasch) verändern. Im Gegenteil: sie nutzen, was sie haben, um damit klarzukommen. Genau das täte auch den Menschen gut – – aber was reden wir hier über andere. Hier wird ja Schorsch portraitiert.



Einst. Jetzt.

In Treue zu johann gensfleisch, gen. zum gutenberg

Den Beruf Schriftsetzer, noch so richtig mit Blei und Buchdruck, von der Pike auf und querbeet gelernt. Dann Studium in Wuppertal, ab 1968 und daher mit allem Umbruch der damaligen Zeit. Abschluss als Diplom-Ingenieur für Drucktechnik, danach Jobs in der Industrie und betriebs-wirtschaftlich-organisatorischer Berater bei einem Unternehmesverband der Druck-Branche (heute würde man sagen: Innovations-Coach).

   Und Beginn intensiver fachjournalistischer Arbeit, viele Vorträge, Seminare. Die technische Revolution der Umstellung auf digitalen Satz/Medienvorstufe beschreibend, begleitend, kommentierend, wertend, nutzbar machend, auf sie Einfluss nehmend. Mit immer nur einem Ziel: das Jahrhunderte alte, bewährte, funktionierende Wissen um die Gestaltung und Produktion grafisch-visueller Kommunikation in die Computer-Ära zu übertragen. Um das, was Gutenberg erfunden hat (bewegliche Lettern) auch in den neuen Dimension der „beweglichen Seiten“ zu erhalten.

   Schon früh als selbständiger Berater tätig (also Geld nur durch Denken verdienend) dann über Jahrzehnte Redakteur bzw. Chefredakteur, Chefredaktor in der Schweiz. In der Branche „bekannt wie ein bunter Hund“ und – Neid muss man sich erarbeiten – oft angefeindet, weil verdammt noch mal der Wenke mit seinen Prognosen wieder einmal recht hatte. Prognosen, die einer selbstgefälligen Branche und überheblichen Unternehmerschaft nur ein versprachen: Wer heute noch das tut, was er früher tat, wird morgen nichts mehr zu tun haben.

   Veränderungen sind unbequem, deshalb war es Wenke auch. Eine Beschreibung seiner Fähigkeiten: „Schwierige, komplexe Zusammenhänge, aktuelle Entwicklungen, ihre Konsequenzen, Vorteile und Zusammenhänge für ein breites Publikum präzise und prägnant zu erklären - das ist die weit über die Branche bekannte Spezialität von Wenke. Seine Analysen sind nachweislich schon oft die frühesten und zugleich treffendsten Beurteilungen und Voraussagen der Medienentwicklung gewesen. Besondere Bedeutung bekommen diese Expertisen, weil sie Technik, Marketing, Kommunikation und Business-Strategien in Beziehung setzen und zu einer umfassenden Sicht der Dinge führen.“ 

Und dies alles insgesamt 50 Berufsjahre lang. 

MULTIMedianer

Früh(reif?), mit 14, angefangen mit Schauspiel, dann schnell eine eigene Kabarettgruppe („Die Scheltbürger“) – seit dem „bekennende Rampensau“. Zusammen mit der Stadt Solingen (Walter Rex) und dem Solinger Tageblatt Entwicklung der „show“-Talent-Förderungsveranstaltungen, Conférencier bei „Jugend tanzt”. 

   Beruflich Tausende Artikel, Seminare, Reden, Moderationen, Messe-Präsentationen, Vorträge, Fachdiskussionen. Immer mit einer ungebremsten Leidenschaft: Multimedial zu sein. Text. Bild. Ton („Radio“/Podcast), Video – zusammengefasst in digitalen Medien, also auch und vor allem Internet. Eben um in den materie- und limitations-befreiten Medien das zu tun, was Gutenberg mit den beweglichen Lettern erfunden hatte; bewährte Kommunikations-Architekturen in globale Medien zu transferieren.

   Nebenbei: Als der Erfinder des Desktop-Publishing, dem wir das „Seiten-Fertigmachen auf Normalcomputern“ verdanken, Paul Brainard, die höchste Auszeichnung der Printbranche erhielt, den Gutenberg-Preis, war Wenke der Laudator. Und konnte einen 500-Jahre-Bogen schlagen — denn ohne Gutenbergs Erfindung hätte es niemals Wissenschaft, Wissen, Industriealisierung in dieser Form gegeben, wie sie heute selbstverständlich ist. Und der wir manchmal auch unser Leben verdanken. 


Mancher hielt den James Bond Filmtitel „Du lebst nur zweimal” für Blödsinn. Schorsch Wenke ist es, wie manch anderen auch, tatsächlich passiert. Nach einer OP knapp am Exitus vorbeigeschliddert war es seine Entscheidung, das Leben neu zu überdenken und fortan zu tun, was nicht Pflicht, sondern Sinn, Nutzen, Vergnügen und Effizienz ist. Und zwar genau in dieser Kombination. Sonst nichts. Seit dem ist dieser Mensch das, was er immer schon war, nämlich Multimedianer. Aber auf Gebieten, die er sich selbst aussucht oder die eben – siehe oben – der Kobold namens Zufall ihm auf- und vorbereitet. Und das lebt er nun mit hemmungsloser Begeisterung aus. Na ja, solange es andere ertragen – warum nicht ?!



TrotzKöpfchen – oder Trostköpfchen ?

Es gibt drei Arten gutes, eine Unart schlechtes Denken, sagt Wenke (halb-Spaß-Slogan: Bevor ich denke, frag' ich Wenke). Das ziemlich unnütze Denken: Nachdenken. Auch Grübeln, Zweifeln, sich Vorwürfe machen genannt. Das bessere, optimale: Vor(aus)denken, Querdenken, zu-Ende-Denken. Alles, was dieser Mensch multimedial von sich gibt, hat irgendwie mit diesem Paradigma zu tun. Aber Vorsicht: Schorsch Wenke ist auch leidenschaftlicher Dadaist. Wann er etwas ernst meint und wann ironisch, auf weia, am Versuch, das auseinanderzuhalten, sind schon manche krachend gescheitert. 

In welche Kategorie fällt nun dieses Statement, abgegeben im Rahmen eines Kunst-Projektes???:

«

Heimat, das ist, wo meine Gefühle und Gedanken sind. Wo ich mich wohl fühle, akzeptiert werde, Freiheit habe, geborgen bin. Das sind notwendigerweise natürlich auch Orte – aber nur einer? Nein, für mich sind Heimat Momente, an und in denen ich mich mit mir und der Welt zu-Frieden fühle. Heimat, das sind Menschen, die ich kenne, die ich verstehe, die mich akzeptieren, wie ich bin. Heimat, das ist jene Sphäre der Phantasie, die aus Toleranz besteht und es sind die Möglichkeiten, so zu sein, wie es einem das Gefühl der Nützlichkeit und Sinnhaftigeit gibt. Heimat, ich suche sie nicht außen, irgendwo. Heimat – sie zu finden horche ich in mich hinein. Nebenbei: mein ganzes Leben bin ich meiner Geburts- also Heimatstadt treu geblieben. Aber nur, um unentwegt in der Welt unterwegs zu sein … in der Heimat meiner Gedanken und Gefühle.

»

Warum "solingen.media"?

Neue Top-Level-Domains machen bislang unbekannte URLs (Adressen) im Internet möglich. Wie diese, http://solingen.media. Die Bedeutung gibt der Autor auf seiner Homepage so an:

EINE (VON MIR) GEWAGTE KOMBINATION: DIE KLINGENSTADT SOLINGEN, KULTUR UND MEDIEN-ARCHITEKTUR. PLUS PHILOSOPHISCHES.

Was kann dieser Mensch eigentlich nicht?

Wahnsinnig viel. 

In erster Linie Malen und Singen. Völliges Nichttalent, Totalversagen in diesen Sparten. Weshalb seine Bewunderung für die, die es können, nie nachlässt. 

Und keine Mauern zementieren oder Autos reparieren kann dieser Kommunikations-Theoretiker und Medien-Praktiker. Kennt nicht die Stammspieler der Fußballbundesliga-Clubs, weiß noch nicht mal, auf welchem Platz welche Mannschaft steht. Von Sport weiß er nur, dass es eine Verarschung von Gutgläubigen geworden ist. Und von Fernsehen hält wer wenig als von einem Fladen Kuhscheiße: durch den wachsen wenigsten wieder nützliche Pflanzen, der Nutzen heutiger Fernseh-Programme bemisst sich nach weniger Effizienz. Übrigens, wer gerade in den Charts ist, weiß Wenke auch nicht. Und schon gar nicht, wer mit wem welches Kind zeugte – laut Yellow Press, könglichen Geblüts ist oder in Hollywood einen Blockbuster gedreht hat. 

   Woraus sich ergibt: fürs normale Leben ist Wenke nur bedingt geeignet, vielleicht schon alleine deshalb, weil er hervorragend, vorzüglich, geschmacksnervenbetörend kochen – aber keinen Kuchen backen kann. Nichts weiß er zudem darüber, welche Wäsche mit wieviel Grad zu waschen ist, aber morgens um vier – beovorzugte Aufstehzeit – schreibt er gerne mal Gedichte, Liedtexte, komponiert Homepages oder schneidet Videos.

   Tja, ohne verrückt zu sein kann man möglicherweise eben auch nicht kreativ sein – und wenn jemand versucht, ihn genau daran zu hindern, am kreativ sein, Vorsicht, nicht immer haben die Notaufnahmestationen in den Spittälern geöffnet ...

   Nachtrag: Wenke weiß auch nichts über die PS-Anzahl der jeweiligen Automarken, denn er kann das Philosophieren einfach nicht lassen:

„Im Stau
fühlen sich 230 PS
genau so an
wie 50.“

Und Stau, weiß er, der 45 Berufsjahre lang auf den Straßen Europas unterwegs war, stehen wir modernen Menschen öfter, als dass wir die PS hemmungslos ausfahren können. Zumal dann, wenn Politiker beschließen, Baustellen dem billigsten zu übertragen und nicht dem schnellsten. Was Wenke von Politik hält: Er hat versucht, sich in eine Partei einzuordnen. Die Partei hat es aber nicht geschafft. 



Bei diesem totalem schlaffen Würstchen namens Schorsch muss doch der Herr Kronenberg seinen Senf dazu geben – ohne sich die Schnitte klauen zu lassen. O ja, das ist alles nicht von Pappe ...


« Der Herr Wenke hat mich (!) kennengelernt bei den "48 h" 2013! Sympathisch und hilfsbereit war (+ ist) er. Entstanden ist daraus eine tragende Stütze von city art project, ein persönlicher Ratgeber, ein (manchmal nerviger) "Rüttler" an meiner Person und meinen Projekten, ein 1000-%ig Zuverlässiger, ein Mitstreiter in Sachen Kultur + Sozialem, ein cap-Chronist , und, und, und, aber vor allem (m)ein FREUND! »



Stellungnahme des „Herrn“ (huch!) Wenke :


Da bin ich doch ganz Sozialarbeiter: wer, wenn nicht ich, wann, wenn nicht jetzt, soll denn den Timm Dampf in allen Gassen nerven und hinterfragen?! Und aus der Ruhe, nein aus der Ruhe bringt mich dieser Mensch nicht. Nur manchmal aus dem Tritt. Aber dafür mag ich ihn ja ... :-)

Apropos Stütze. Vor ewig langer Zeit habe ich diesen Spruch erfunden:

Nur da, wo es Stützen gibt,
kann es auch Freiräume geben. 


Freiräume für Timm, cap, die Künstler, Solingen, ...    :-))