Timm Kronenberg, Enabler

Menschenfischer, strippenzieher, chancenwitterer, hütehund, Mutmacher ...

Warum ?

Klingt kurios, ist aber so. Am wenigsten weiß Timm Kronenberg selbst, warum er das macht, was er macht. Lakonische Antwort, manchmal: "Mir macht es einfach Spaß" und zuweilen, ganz ernst. "Es macht ja sonst keiner". 

 

Stimmt. Keiner ist wie er. Dabei ist er, sagt er auch selbst über sich, gar nicht so außergewöhnlich oder hat Talente, die andere nicht haben (könnten). Doch etwas unterscheidet ihn von vielen, um es krass zu sagen: von vielen, die nur schwätzen. Timm Kronenberg "nagelt fest". Da hat man eine Idee, spricht sie aus – und Timm fragt: "Wo. Wann. Wie. Wer???" – und schaut einen durchdringend an. Alles Gefasel und ausweichende Antwort sind jetzt nutzlos: ist man selbst nur Plaudertasche oder meint man wirklich, was man sagt. Wenn ja, "dann mach, komm, ich helf Dir." So ist er, der Timm (wie ihn alle nennen). 

 

Stelzige Begriffe klingen hohl, er hört sie gar nicht gerne. Event-Manager. Kunst-Promotor. Und schon gar nicht Galerist. Obwohl seine Galerien, die er je nach Gelegenheit (und Leerstand) temporär an wechselnden Orten betrieb und weiterführt, eigentlich so etwas wie eine Meta-Galerie sind: Kunstwerke werden dort ausgestellt, aber vor allem sind sie Bühne. Für Musiker und Performances einerseits. Mehr aber noch Begegnungsstätte, Anlaufstelle, Treffpunkt. 

 

Erstaunlich, wer immer mal wieder oder regelmäßig in der derzeitigen cap-Galerie in den Clemensgalerien am Mühlenplätzchen (1. Etage) vorbeischaut. Könnte man durchaus ein "who's who" der Solinger Prominenz und aktiven Gesellschafts-Szene nennen, Politik eingeschlossen. 

 

Timm Kronenberg hat sich in zig Projekten in Solingen Anerkennung erarbeitet. Und eine Alleinstellung obendrein. Nicht er ist der glänzende Star, sondern seine Aktivitäten verhelfen vielen, die wirklich Kunst können und daran Freude haben, sie zu zeigen und zu zelebrieren, zu Öffentlichkeit und Beachtung. Es ist seiner Geduld anzurechnen, dass er einen guten Draht zu Journalisten und Medien hat, interessante Aktionen spannend machen kann und vor allem: wer einmal mit Timm Kronenberg zusammengearbeitet hat, gewinnt schnell das Vertrauen, sich von ihm begeistern und zum Teil auch "führen" zu lassen (will sagen: auf seinen Rat zu hören. Oder seine Aufforderungen zu befolgen ... :-)


Schorsch

 

Ach so, ja, wer mit dem Begriff „Enabler“ nichts anfangen kann: das sind die Funktionen, Software, Hardware, Orgware, Werkzeuge, die in digital und elektronisch gesteuerten Systemen Spezielles und Unabdingbares möglich machen (engl. able = möglich). Das deutsche Wort wäre wohl „Hans Dampf in allen Gassen“.

Foto: Ute Puslat
Foto: Ute Puslat

Bekanntlich ist zwischen dem Bild, das man von sich hat, und das andere von einem haben, ein Unterschied. Oft ein sehr großer. Wenn in diesem Foto ein gewagtes, spannungsreiches Antipodenpaar erzeugt wird – einerseits Ironie und munterer Scherz, andererseits Anerkennung und ehrlich gemeinter Dank –, dann sagt das auch etwas über den Stil aus, mit dem Timm Kronenberg seine Aktivitäten realisiert. Und wie er mit den Menschen, "seinen" Künstlern umgeht. Natürlich braucht es die Strenge der Organisation, damit immer alles einigermaßen pünktlich ans Laufen kommt. Aber andererseits gibt es kaum einen so geballten "Haufen" von Individualisten wie in diesem cap-Team und den zahlreichen Künstlerfreunden, die immer wieder und immer wieder gerne mitmachen. Das zu managen ist nicht einfach. Aber man kann ziemlich einfach sagen: Timm schafft es (immer wieder).


– hgw

Legendäres. Exklusives. Fortgesetztes.

Der Name sagt es ja, city-art-project. Die City, das ist Solingen. Art steht auf dem Kopf, nomen est omen. Und Project: ohne langen Atem, ohne komplex-komplizierte Planung und Realisation geht es oft gar nicht. Timm hat die Geduld dafür. Und/oder das Geschick. Und nimmt sich die Zeit, gleichwohl: Zeit hat er nie. Sagen wir, keine Zeit für Unsinnigs. Für alles andere schon. 

 

Einiges aus seinen Aktivitäten damals und heute, in völlig durcheinandriger Reihenfolge:

 

Pimp 'n Trash

Brautkleider (gebrauchte, getragene) werden von den Bräuten und jetzigen Ehefrauen auf der Bühne präsentiert, nachdem sie (die Kleider und ggf. auch die Ex-Bräute) "gepimpt", sprich "aufgedonnert", künstlerisch verwertvollt wurden ...

 

Leerstandkunst

Leere Ladenlokale, gar noch mit Packpapier oder Zeitungsresten abgeklebt, sind hässlich machen Unlust und miese Laune. Timm Kronenberg hat im Auftrag anderer solche leeren Läden und ihre Schaufenster mit Kunst belebt. Da lohnt sich dann wieder das Hingehen und Gucken. 

 

cap-Galerie

Derzeit: in den Clemensgalerien, in Solingens erster echter Mini-Mall. Immer samstags von 11 bis 15 Uhr der angesagte Ort, um interessante Menschen zu treffen, inspirierende Bilder zu betrachten, souliger oder jazziger Musik zu lauschen und ganz einfach zu tottern, Gedanken auszutauschen, sich zu verabreden und das Neueste zu erfahren.


48h – Bergisches Kunst- und Kulturfestival

Gestartet ist es im Südpark, war dann im Müngstener Brückenpark und später auf Schloss Burg, jetzt findet es (zum dritten Mal 2015) auf dem Zöppkesmarkt statt (2. Wochenende im September): Eine drei-Tage-Performance aus regionaler und lokaler Kunst; Musik, Bildhauerei, Malerei, Bodypainting - - ach, ein supermunteres Künstlerdorf mitten auf dem superlaunigen Solinger Freiluft-Trödelmarkt.

 

Kulturnacht Solingen (und jetzt auch Kulturmorgen)

Eine organisatorisch brachiale Leistung: Binnen sechs Stunden stellen sich entlang der Obus-Linien museale Einrichtungen, Galerien, Ateliers vor und öffnen auch für ein Publikum, das sonst nicht immer unbedingt den Weg dorthin findet. Und damit es auch richtig kracht, fahren zig Obusse mit Bands und Performern durch Solingen und schaufeln die Menschen von einem Kunstort zum anderen. Das Erstaunliche: Solingen hat mehr Kunst zu bieten, als der nörgeligste Kritiker jemals vermuten würde. 



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Bericht über Timm Kronenberg im «Solinger Bote»:  L I N K


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